Heureka!

Stell dir vor, du liegst in der Wanne, da fällt dir plötzlich etwas ein. Endlich! Du hast eine Ewigkeit rumprobiert, nachgedacht und vor dich hin gelebt, (vor wen denn sonst, du hast ja nur dich), aber jetzt, auf einmal, nach kurzer oder langer Zeit, das spielt keine Rolle, wichtig ist nur, es war eine Ewigkeit, also dein ganzes Leben war nicht geschwänzt, du hast wirklich versucht, auf der Welt zu sein, zu denken, zu probieren, kreuz und quer durch die Gegend, bis zu diesem Zeitpunkt, wo dir jetzt, aus heiterem Himmel, ausgerechnet in der Wanne, sozusagen ins Blaue hinein, tatsächlich etwas einfällt. In so einem Augenblick rufst du: Heureka!
Weil, du hast etwas gefunden, und auf Altgriechisch heißt heurískein soviel wie finden oder entdecken. Im Deutschen sagt man, du hattest einen Einfall, ich mag dieses Wort eigentlich nicht, weil das klingt so nach Überfall, als kämen Gedanken vom schlechten Aufpassen. Zufall beschreibt den Vorgang besser, finde ich. Der ganze Weg zum Finden und Entdecken führt über Lebendigkeit, und manchmal stimmt zufällig ein bisschen mehr als sonst. So eine Fügung passiert durch Rumprobieren, dadurch, dass du dich der Welt zugewandt hast, durch Beteiligung, weil es dich gibt, konnte dir etwas zufallen, was stimmt. Wunderbar.
Dieser Weg ist alles andere als passiv, gepflastert von Fehlern, und der Altgrieche nennt ihn Heuristik. Sein glattes Gegenteil ist Algorithmus, eine immer gleiche Abfolge von vorgeschriebenen Schritten, die du gehst, egal, was sonst gerade passiert, weil du sie gehen musst, so oder so. Wenn du einem Algorithmus folgst, kommst du verlässlich zu den immer gleichen Lösungen, bist komplett fadisiert und rufst vielleicht Algos! Und das heißt so viel wie: Aua! Weil, du liegst schon zu lange in der Wanne und kommst vor lauter Kreuzweh kaum noch raus.

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